Der Lexus LS 500h bietet Luxus in einem hochmodernen Design

Von Lothar Jungmann

Eines vorweg: Über Geschmack lässt sich trefflich streiten, aber über Luxus sicherlich nicht. Ein Beispiel dafür ist der Lexus LS 500 (ab 93.300 Euro). Er verbindet Fortschritt mit außergewöhnlichem Aussehen. Sein Design wirkt nicht so hausbacken wie man eigentlich von Limousinen in den Preisklassen um die 100.000 Euro gewohnt ist und ist in Augenhöhe mit deutschen Nobelmarken wie Mercedes und BMW. Man merkt sofort, dass in dem gesamten Fahrzeug viel japanisches Format, Finesse und Feingefühl steckt, die dem Lexus LS seine Eigenständigkeit in der Premiumklasse verleihen.

Auch als Hochzeitsauto macht der Lexus eine so gute Figur wie das frisch vermählte Paar Kirsten und David. Foto: Kai Knaak

Mit 5,24 Metern ist der Lexus elf Zentimeter länger als eine S-Klasse. Dabei haben die Japaner die typische Limousinenform aufgegeben. Mit seinem flachen Dach und dem breiten Stand wirkt er fast wie ein Coupé, dessen Kofferraum zu einem kleinen Stummel schrumpft. Dass der Wagen trotzdem reichlich Platz bietet, liegt am Format: Der Radstand beträgt 3,13 und die Länge 5,24 Meter. Trotzdem ist das Auto dank einer neuen Plattform fast zwei Zentner leichter und hat einen tieferen Schwerpunkt, als das Vorgängermodell, was zusammen mit der Hinterachslenkung die Fahrbegeisterung stärkt.

Der LS 500h entfaltet seine Kraft sanft, kultiviert und mühelos auch dank der optimierten Hybrid-Batterie, die den Elektromotor jetzt in einem breiten Bereich besser unterstützt. Damit steigt die Fahrqualität vor allem beim „normalen“ Fahren, das rund 90 Prozent der Zeit auf der Straße ausmacht: wenn der Fahrer nur moderaten Druck auf das Gaspedal ausübt und die G-Kräfte niedrig sind.

Somit ist weniger Aufwand nötig, um schneller unterwegs zu sein. Der LS beschleunigt sanft und gleichmäßig, was die Fahrstabilität erhöht und G-Kräfte unterdrückt. Das steigert den Komfort im Stadtverkehr, aber auch auf kurvenreichen Strecken und an Steigungen: Überall ist stets nur ein leichter Druck auf das Gaspedal nötig, um sanft und kraftvoll davonzuziehen. Da die Hybridbatterie eine große Rolle übernimmt, kann der Verbrennungsmotor bei niedrigeren Drehzahlen betrieben werden. Deshalb läuft er leise, zum Beispiel, wenn er nach einer Phase des rein elektrischen Fahrens die Antriebsarbeit übernimmt.

Im Lexus LS 500h sitzt man am besten hinten

Eine Lounge aus Lack und Leder empfing das Hochzeitspaar auf dem Weg zum Ja-Wort. Foto: Kai Knaak

Noch bevor der Gast einen Wunsch ausgesprochen hat, soll er ihm erfüllt werden, erläutert Chefingenieur Toshio Asahi dieses Leitmotiv. Ein Beispiel: Zum Einsteigen hebt die Luftfederung die Karosserie kurz um drei Zentimeter an, und wenn sich die großen Türen mit den bündig eingelassenen Scheiben öffnen, weiten sich vorübergehend die Sitze, und das beleuchtete Gurtschloss reckt sich den Passagieren um fünf Zentimeter entgegen – so ein Willkommen bereitet einem nicht einmal ein Rolls-Royce.

Dazu zelebriert Lexus eine Eleganz, wie sie in dieser Klasse ziemlich selten geworden ist. Man steigt in eine Lounge aus Lack und Leder, mit gefalteten Stoffverkleidungen der Türen, schillernden Glaskonsolen und spektakulär verarbeitetem Wurzelholz ein. Aber das ist in seiner Warmherzigkeit kein Vergleich zur sachlichen Atmosphäre eines Siebeners oder zum kühlen Hightech-Luxus desAudi A8. Und selbst die Mercedes S-Klasse wirkt dagegen so nüchtern wie eine Junior-Suite im Business-Hotel.

Traditionelle japanische Kunst und Ästhetik spielen – in moderner Interpretation – für das Lexus Design immer wieder eine wesentliche Rolle. Im überarbeiteten LS sind es zwei traditionelle Techniken, mit denen auffällige neue Innenraum-Applikationen für die Türverkleidungen kreiert werden. Passend zur neuen Außenfarbe Lunar Silber wird bei der Interieur-Option „Japanische Kunst“ das Spiel von Licht und Schatten im Innenraum fortgesetzt.

Allerdings wirkt das Cockpit in einigen Teilen antiquiert, so zum Beispiel das Touchpad des Mitteltunnels. Fahrer und Beifahrer werden dagegen mit weichem Leder und mit Rückenlehnen mit Shaihatsu-Massage verwöhnt. Dazu kommen elektrisch verstellbare Fußstützen.

359 PS befinden sich unter der lang gestreckten Motorhaube des Lexus LS 500h. Foto: Kai Knaak

Der Lexus LS 500h Hybrid besitzt einen Benzinmotor mit 220 kW (299 PS) und einen Elektromotor mit 132 kW (179 PS), Gesamtsystemleistung 264 kW (359 PS); Hubraum 3.456 Kubikzentimeter; Kraftstoffverbrauch: innerorts/außerorts/kombiniert 8,5/6,6/7,1 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert 162 g/km; CO2-Effizienzklasse A+.

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