Opels neuer Sports Tourer: Ein absoluter Allrounder

Von Lothar Dönges

Der neue Astra Sports Tourer ist nicht nur sportlich-schick gezeichnet, sondern wächst rein optisch aufgrund seines großen Radstandes schon fast aus dem Kompakt-Segment heraus. Ab der B-Säule hebt sich der Kombi von der Limousine ab.
Foto: Lothar Dönges

Im Herbst vergangenen Jahres stellte Opel die 11. Astra-Generation mit dem Fünftürer vor, der seit Frühjahr in Rüsselsheim vom Band läuft. Und jetzt folgt der bereits ab 27 750 Euro bestellbare Astra Sports Tourer (ST). Die komplett neue Kombiversion des Kompaktklasse-Bestsellers ist direkt auch als Plug-in-Hybrid erhältlich und damit der erste elektrifizierte Kombi der Marke.

So führt der beliebte Allrounder nahtlos die Tradition erfolgreicher Kompaktkombis mit dem Blitz im Logo fort, die mit dem Rekord Caravan in den 50er Jahren und vor allem mit dem Kadett Caravan vor fast 60 Jahren begann. Der Kadett Caravan war damals der erste, allerdings recht spartanisch ausgestattete, Kompaktklasse-Kombi einer deutschen Marke.

Im kommenden Jahr wird Opel den Sports Tourer den Haupt-Zielgruppen Familien, Dienstwagenfahrern und Flottenkunden auch als batterie-elektrischen Kombi anbieten. Versionen mit hocheffizienten Benzin- und Dieselmotoren in Kombination mit besonders reibungsarmen 6-Gang-Schalt- und 8-Stufen-Automatikgetrieben komplettieren das Antriebsangebot. Für den Sports Tourer entschieden sich in der Vergangenheit rund zwei Drittel der Astra-Kunden.

Die Variante Elegance (darüber liegen GS-Line und Ultimate) mit 1,2-Liter-Motor und 110 PS bildet den Einstieg in die ST-Welt für 27 750 Euro. Die 130 PS starken Versionen starten bei 29 050 Euro, und die Diesel-Fraktion mit 1,5 Litern Hubraum und 130 PS beginnt bei 32 150 Euro. Der Plug-in-Hybrid schließlich kostet mindestens 39 750 Euro. Abzüglich einer staatlichen Umweltförderung von 7177 Euro verbleiben 32 573 Euro.

Astra-Kunden fahren auf den Kombi ab

Von „spartanischer Ausstattung“, wie damals beim Kadett Caravan, kann längst nicht mehr die Rede sein. Hochwertige Materialien, Sitze, die in Zusammenarbeit mit der „Aktion gesunder Rücken“ entstanden sind, und ein sachliches wie dynamisches Design, das auf jegliche Effekthascherei verzichtet, sowie auf Wunsch eine Zwei-Farben-Lackierung, lassen den Sports Tourer fast aus seinem Segment herauswachsen.

Größte Ladekapazität im Kompakt-Kombi-Segment

Mit einer Länge von 4,64 Metern und einem Radstand von 2,73 Metern (plus 5,7 Zentimeter gegenüber dem Fünftürer) stellt sich fast schon die Frage, wo „kompakt“ endet. Der ST ist 27 Zentimeter länger als die Limousine, aber sechs Zentimeter kürzer als der seit 2015 gebaute Vorgänger. „Wir wollten mit dem Sports Tourer die größte Ladekapazität im Segment erreichen“, erklärte bei der Vorstellung in Rüsselsheim Entwickler Thomas Overhaus. Mit einem Volumen von 597 Litern (Hybrid-Version durch die im Unterboden verbaute Batterie 516 bis 1553 Liter), das sich bei umgeklappten Sitzen auf bis zu 1634 Liter und eine ebene Ladefläche von 1,85 Metern Tiefe vergrößert, steht dem Besuch im Möbelhaus oder dem ausgedehnten Familienurlaub in der Tat nichts mehr im Weg. Dank des in der Heckklappe platzierten Kennzeichens ist die Ladekante mit 60 Zentimetern zudem erfreulich niedrig. Bei den Verbrenner-Modellen lässt sich zudem der Boden auf zwei Höhen justieren. Die Rücksitze lassen sich im Verhältnis 40:20:40 umklappen, so dass bei Bedarf auch längere Gegenstände verstaut werden können.

Mit hochwertigen Materialien ausgestattet, übersichtlich und sportlich, zugleich aber auch mit Tasten-Funktionen unter dem großen Bildschirm: So präsentiert sich der Cockpitbereich und der gesamte Innenraum im Astra Sports Tourer.
Foto: Lothar Dönges

Mit der Einführung die komplette Modellfamilie

Der Sports Tourer kommt mit einer vollständigen Modellpalette auf den Markt. Neben den Benziner- und Dieselantrieben, die auch in der fünftürigen Limousine eingesetzt werden, steht der Plug-in-Hybrid-Antrieb mit 180 PS Systemleistung und einem Drehmoment von 360 Newtonmetern im Schaufenster und auf dem Hof des Opel-Händlers. Die elektrische Reichweite, mit der 12,4 Kilowatt (kWh) starken Batterie, verspricht Opel, liegt bei knapp über 60 Kilometern und damit genau bei dem Maß, das für die Förderung verlangt wird.
Als Verbrauchswert in Kombination geben die Rüsselsheimer 1,2 Liter an. Bei einer ersten Ausfahrt durch beschauliche Weindörfer im Rheingau, über Landstraßen und wenig Autobahn meldete der Bordcomputer am Ende 1,9 Liter. Beim täglichen Pendeln sind die niedrigen Werte also durchaus erreichbar.

Großzügige Platzverhältnisse auch in der zweiten Reihe

Die groß dimensionierte Heckklappe macht den Weg frei für einen Laderaum, der im Segment der kompakten Kombis außergewöhnlich ist. Das Nummernschild ist in die Heckklappe integriert, so dass eine niedrige Ladekante entsteht.
Foto: Lothar Dönges

Bis zur B-Säule entspricht das Design dem des Fünftürers. Dahinter entwickelt der Familientransporter seine eigene Form. Dank des verlängerten Randstands erreicht der Sports Tourer großzügige Platzverhältnisse (auch in der zweiten Reihe), die ihn zu einem angenehmen Reisewagen machen. Dazu trägt auch das Fahrwerk bei, das ein gelungener Kompromiss aus Komfort und Stabilität ist. Der günstige Luftwiderstandsbeiwert von 0,276 und die laminierten Scheiben sind mitverantwortlich für angenehme akustische Verhältnisse im Innenraum.
Frau oder Mann hinter dem Lenkrad blicken wie beim Fünftürer auf das sogenannte übersichtliche „Pure Panel-Display“. In den gehobenen Ausstattungsversionen besitzt der Bildschirm einen Magnesium-Rahmen. Klavierlack- und Edelstahloptik in allen Versionen und wertige Materialien bringen durchaus Premium-Atmosphäre in den Lademeister.

Physische Tasten für die wichtigen Funktionen

Über den Bildschirm lassen sich alle wichtigen Funktionen steuern. Doch darunter blieben als Pluspunkte physische Tasten für die Einstellungen von Klima oder Radio, um so die Ablenkung vom Verkehrsgeschehen zu verringern. Das wird bei Nacht ausgeleuchtet von den Intelli-Lux-Scheinwerfern mit 168 LED-Elementen, so wie sie auch in den Marken-Flaggschiffen Insignia und Grandland verbaut sind.

Alles in allem hat der Astra Sports Tourer nach Ansicht von Patrick Munsch, dem Leiter der Opel-Produkt- und Markenkommunikation, das Segment der kompakten Kombis „ganz schön wachgerüttelt“. „Der ST ist jetzt schon ein Meilenstein in der Geschichte der Opel-Kombis. Er ist einfach nur praktisch und schön“, sagt Munsch.

Ab 2028 ist Opel komplett elektrifiziert

Dem pflichtet der neue Opel Deutschland-Chef Florian Huettl bei. „Wir sind auf Wachstumskurs. 15 unserer Märkte haben im zurückliegenden Jahr deutlich zugelegt. In Europa hatten wir mehr als fünf Prozent Wachstum, in Deutschland 6,2 Prozent. Das wird sich fortsetzen. Wesentlich dazu beitragen wird die Elektrifizierung“, ist Huettl sicher.

Schon jetzt bietet Opel zwölf elektrisch angetriebene Modelle an. Ab dem Jahr 2024 wird jedes Modell aus Rüsselsheim mindestens einen Elektroantrieb haben. Ab dem Jahr 2028 wird der deutsche Traditionshersteller ausschließlich Fahrzeuge mit E-Antrieb in seinem Portfolio haben, und für das kommende Jahr kündigen die Rüsselsheimer für den Astra eine Spitzenmotorisierung mit 165 kW/225 PS an.


Fakten und Technik

Opel Astra Sports Tourer Plug in Hybrid
Maße: 4,64 m/1,86 m/1,48 m (Länge/Breite/Höhe)
Radstand: 2,73 m
Antrieb: 1,5 l-Benziner, Plug-in-Hybrid-Frontantrieb, Acht-Stufen-Automatik
Gesamtleistung: 133 kW/180 PS
Max. Drehmoment: 360 Nm
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 7,7 Sek.

Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 1,2-1,1 l
Effizienzklasse: Euro 6d
CO2-Emissionen: 27-25 g/km (WLTP)
Leergewicht/Zuladung: min. 1717 kg/max. 453 kg
Preis: 39 750 € (abzgl. Förderprämie 32 572 €)

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.