Land Rover Experience Center in Wülfrath: Zurück zur Natur für Offroad-Fans

Von Frank Wald, cen (Text, Fotos: Autoren-Union Mobilität/Land Rover)

Es gilt als größter Offroad-Abenteuerspielplatz Deutschlands: Das Land Rover

Experience Center (LEC) in Wülfrath Kreis Mettmann, bei Düsseldorf) ist seit mehr als 25 Jahren in Betrieb.

Im vergangenen Jahr entstand unweit des alten Standorts ein neues, größeres Areal, auf

dem alle Modellreihen der britischen Offroad-Ikone wie nirgendwo sonst in Europa in

freier Wildbahn erprobt und erlebt werden können. „Wir bringen alle Offroad-Fans zurück

in die Natur“, sagt Geschäftsführer und Expeditionslegende Dag Rogge bei der offiziellen

Neueröffnung.

Die Mutprobe ist der Steilhang im Gelände des Centers.

1996 errichtete der umtriebige Geländewagenspezialist, der in den vergangenen Jahren

mit seinem Team auch die legendären Land Rover Experience-Touren durch Afrika,

Asien, Australien und Südamerika organisierte, das erste permanente Offroad-Center in

einem stillgelegten Kalksteinbruch nahe Düsseldorf. Vier Jahre später wurde es offiziell

als Land Rover Experience Center zertifiziert. Knapp 100.000 Fahrerinnen und Fahrer

erlebten hier seitdem hautnah auf abenteuerlichen Abfahrten, in Schräglagen, bei

Wasserdurchfahrten und anderen Herausforderungen das kleine – und große –

Einmaleins des Geländewagenfahrens. Irgendwann wollte Steinbruchbetreiber Lhoist

Rheinkalk dort allerings doch wieder Steine abbauen, bot aber zugleich ein neues, höher

gelegenes Areal auf der anderen Seit des angrenzenden Steinbruchsees an. „Die wollten

uns nicht verlieren und zusammen haben wir dann die Genehmigung beantragt“, erzählt

Dag.

Dag Rogge ist Geschäftsführer des Land Rover Experience Centers in Wülfrath bei Düsseldorf.

Statt der bisherigen zwölf stehen nun knapp 17 Hektar zur Verfügung, was in etwa 22

Fußballfeldern entspricht. In ganz Europa gibt es kein größeres Land Rover Experience

Center. Auf der insgesamt 5,6 Kilometer langen Strecke durchs Gelände warten aktuell

25 Hindernisse, und weitere sollen folgen. Alle sind zum größten Teil natürlichen

Ursprungs oder nachträglich errichtet und behutsam in die Natur eingebettet. „Dabei

haben wir darauf geachtet, dass wir den Boden so gut wie nie berühren“, sagt Dag

Rogge. Soll heißen: Alle Hindernisse liegen auf einem Geo-Textil und Kalksteinschotter

aus dem angrenzenden Steinbruch und grenzen sich mit stabilisierenden

Rasengittersteinen sauber gegenüber der Umgebung ab. Diese Konstruktion verschont –

anders als bei rein naturbelassenen Hindernissen – den Untergrund vor dauerhaften

Einträgen, Spurrinnen oder Auswaschungen, selbst wenn tagtäglich hunderte

Geländewagen drüberfahren. Und: „Sollten wir irgendwann beschließen, hier wieder raus

zu gehen, könnten wir alles zurückbauen.“ Und den Rest erledigt die Natur.

Was vermutlich nicht ganz so einfach wäre. Immerhin wurden 9500 Tonnen Schotter

ausgebracht, 9600 Quadratmeter Vlies, 2000 Quadratmeter Rasengittersteine sowie rund

600 Steinknäpper verbaut. Und weil ein Land Rover auf jedem Untergrund brillieren soll,

kamen auch noch 86 Tonnen Sand hinzu, was einem 1,2 Kilometer langen und zehn

Meter breiten Strand gleich kommt. Aus all diesen Zutaten entstand ein Geländeparcours,

bei dem es einigen wenn nicht den Atem, dann doch immerhin die Sprache verschlägt

und sie nur noch konzentriert damit beschäftigt sind, das Hindernis zu meistern.

Etwa bei einer der vier Schrägfahrten bis 30 Grad, bei denen sich der Fahrer in extremer

Schieflage am Lenkrad festhalten muss, um nicht zum Beifahrer zu rutschen, der derweil

durchs offene Seitenfenster das Gras rupfen kann. Oder beim zentimetergenauen

Einfädeln über eine Baumstammbrücke, im Waten durch ein 35 Meter langes und bis zu

90 Zentimeter tiefes Wasserbecken, beim positiven und negativen Verschränken der

Achsen und Räder oder bei einer der vielen „Himmelfahrten“, wo an der steilen

Hangauffahrt der Blick ins Blaue geht, ohne zu wissen, was hinter dem Kipppunkt kommt.

Die Mutprobe schlechthin jedoch ist der Steilhang, bei dem es wie auf einer Skischanze

mit bis zu schwindelerregenden 92 Prozent abwärts geht. Nichts für schwache Nerven.

Dafür jedoch für (nahezu) jeden Land Rover. Mit stoischer Gelassenheit – und jeder

Menge auf Knopfdruck aktivierbarer elektronischer Offroad-Technologie – meistern

sowohl die neu aufgelegte Geländewagen-Ikone Defender wie auch das Trekking-

Urgestein Discovery und ebenso das neue Luxus-SUV Range Rover all diese Übungen

mit ebenso spielerischer wie vertrauensbildenden Gelassenheit. Ein Jammer, dass diese

verblüffenden Fähigkeiten im Alltag so gut wie nie zum Zuge kommen. Allein das Lifestyle-

SUV Range Rove Evoque muss wegen der fehlenden Geländeuntersetzung und

Bodenfreiheit hie und da die entschärfte Umleitung nehmen.

So unterschiedlich die Schwierigkeitsgrade, so weit gespannt ist auch das Angebot an

Trainings, Kursen und Erlebnistagen im Land Rover Experience Center. Einen Einstieg in

das Erlebnis Offroad geben das Fahrtraining „4×4 Fun“ oder der „Afterwork Drive“ nach

Feierabend, während man in den Fahrtrainings der Level 1 und 2 sowie in den

Spezialisten-Trainings seine bereits vorhandenen Fahrkünste vertiefen und

perfektionieren kann. Aber auch Gruppen-Events mit Freunden oder Kollegen, zum

Beispiel Team-Erlebnistage oder B2B-Firmenevents, sind möglich. Selbst an den 4×4-

Nachwuchs hat Dag Rogge gedacht. Auf dem abgesperrten Gelände dürfen beim Kids

Drive auch Kinder und Jugendliche im Alter von Elf- bis 17-jährige ans Steuer und mit den

Landys über Stock und Stein klettern – selbstverständlich in Fahrzeugen mit

Doppelbedienung und speziell geschulten Instruktoren auf dem Beifahrersitz. Die

Hindernisse werden dabei nach dem Können und Alter der Kinder gefahren, fährt doch

eine 17-Jährige in der Regel besser als ein Elfjähriger – von Ausnahmen abgesehen.

„Wenn da ein elfjährigiger Landwirtsohn dabei ist, kannste den auch gleich als Instruktor

einstellen“, sagt Dag Rogge lachend, „Der weiß, wie ein Allrad funktioniert und hat auch

keine Angst.“

Spektakulär ist auch die Wasserdurchfahrt.

Und weil im Instagram-Zeitalter nichts mehr zählt, was nicht (mit)geteilt werden kann,

bietet das LRC nun auch die Möglichkeit, sein Offroad-Erlebnis in einem personalisiertem

Video festzuhalten und mit nach Hause zu nehmen. Dafür wurden an verschiedenen

Stellen des Geländes spezielle Kameras platziert, die autark funktionieren und via

Künstlicher Intelligenz die Fahrt in Szene setzen. Mit weiteren Kameras in den

Fahrzeuginnenräumen und vorab gedrehtem Material wird alles zu einem individuell

gestalteten Film zusammengefügt, den die Gäste als digitales Souvenir schon kurz nach

der Fahrt erhalten.

Neben den Fahrtrainings und weiteren Events gehen nach der Corona-Pause aber auch

die Land Rover Experience-Erlebnisreisen wieder los. 2023 stehen Touren nach Namibia,

Botswana, Okavango-Delta, Victoria-Fälle, Island sowie tägliche Veranstaltungen auf

Kreta auf dem Programm. Immer in kleinen Gruppen auf bis zu zehn Personen

beschränkt und mit umfassend ausgestatteten Land Rover-Modellen. Auch an die

elektrifizierte Zukunft denkt Dag Rogge. Bis Land Rover sein erstes reines Elektromodell

vorstellt, ist es nur eine Frage der Zeit. „Ich persönlich freue mich darauf, durch Afrika mit

einem Vollelektrischen zu fahren – und der Löwe erschrickt, wenn Du plötzlich hinter ihm

stehst. Da wird das Wildlife-Erlebnis noch viel intensiver.“

Auto-Medienportal.Net: 04.09.2022