City-Stromer ab 15 Jahre: Opel rockt die E-Mobile

Von Lothar Dönges

Der kleine Zweisitzer ist für sich schon ein Hingucker. Die Mehrfarb-Lackierung und die 14-Zöller mit Rad-Zierkappen im x-Design ziehen die Blicke zudem auf sich. Foto: Lothar Dönges

Komplett neu, komplett elektrisch, trendig, pfiffig – und schon bestellbar: Das ist Opels erstes SUM (für „Sustainable Urban Mobility“) – der neue Opel Rocks-e. Der auf unseren Straßen völlig neuartige City-Stromer für Zwei ist der emissionsfreie Elektro-Einsteiger, „den man sich“, so Opel, „leisten kann“. Denn den neuen Opel Rocks-e gibt’s bereits ab 7990 Euro. Darüber hinaus wird die Finanzierungsrate für den City-Stromer auf dem monatlichen Niveau eines Tickets für den öffentlichen Personennahverkehr liegen. So soll Elektromobilität für Jugendliche ab 15 Jahren erfahrbar sein. Der Rocks-e darf mit „Moped“-Führerscheinklasse AM gefahren werden.

„Mit dem Bestellstart unseres neuen Opel Rocks-e ermöglichen wir jetzt allen, vom jugendlichen Fahranfänger bis zum Innenstadtpendler, den erschwinglichen Umstieg auf die Elektromobilität. Kein überflüssiger Zierrat, der ins Geld geht – der neue Rocks-e bedeutet emissionsfreie Mobilität pur. Mit klarem, mutigem Design, extrem kompakten Abmessungen und einem in jeder Hinsicht ebenso funktionalen wie unkonventionellen Auftritt“, sagt Opel Deutschland-Chef Andreas Marx.

Die Rückansicht des Rocks-e entspricht der der Frontansicht. Beide Teile des Fahrzeugs sind baugleich – bis auf die Scheinwerfer vorne und die Rückleuchten am Heck. Foto: Lothar Dönges

Der Elektro-Einsteiger mit allem, was zählt

Der emissionsfreie, 2,41 Meter kurze und 1,39 Meter (ohne Außenspiegel) schlanke City-Stromer für zwei Personen eröffnet besonders Einsteigern den Weg in die Elektromobilität. Da der inklusive Traktionsbatterie 471 Kilogramm leichte Opel Rocks-e offiziell als Leichtkraftfahrzeug eingestuft wird, dürfen ihn bereits Jugendliche ab 15 Jahre mit Führerscheinklasse AM fahren. Schon in der Basisversion bietet der smarte Elektroeinsteiger eine Reichweite von bis zu 75 Kilometern gemäß WLTP-Testverfahren, die sich mit bis zu 45 Stundenkilometern (km/h) zurücklegen lassen. Damit ist der neue Opel bestens für den täglichen Stadtverkehr geeignet – und mit einem Wendekreis von nur 7,20 Metern lässt er sich problemlos durch enge Kurven oder in kleine Parklücken lenken. Im frühnachmittäglichen Verkehr der Großstadt Frankfurt stellte der Rocks-e diese Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis. Nach der ersten Ausfahrt scheint die angegebene Reichweite des Fahrzeugs durchaus realistisch zu sein. Außerdem: Die Blicke der Passanten und der anderen Autofahrer waren dem kleinen Sympathieträger sicher.

Frischer „Saft“ in kurzer Zeit aus der Haushaltssteckdose

Die Batterie des Rocks-e hat eine Kapazität von 5,5 Kilowattstunden (kWh). Wenn dem Fahrzeug die Energie ausgeht, kann der Akku nach Angaben von Opel in rund 3,5 Stunden zu 100 Prozent über eine gewöhnliche Haushaltssteckdose wieder aufgeladen werden. Das dazugehörige drei Meter lange Ladekabel ist fest im SUM-Fahrzeug untergebracht und wird einfach bei Bedarf aus der Beifahrertür gezogen. Zum Stromtanken an einer öffentlichen Ladesäule bietet Opel einen Adapter an.

Für den Rocks-e typisch sind die zweifarbige Front- und Heckansicht sowie das charakteristische Opel-Markengesicht. Denn wie jedes neue Modell der Rüsselsheimer trägt auch der smarte City-Stromer stolz den Opel Vizor an der Front. Seitenschweller und weitere Karosserieverkleidungen unterstreichen den robusten Auftritt des unkonventionellen Zweisitzers. Die identisch gestalteten Türen – die Beifahrertür schwingt nach vorne, die Fahrertür gegenläufig nach hinten auf – lassen sich über Opel-Gelb akzentuierte Schlaufen schließen.

„Klub“ und „TeKno“: Mehr Farbe ins Elektro-Leben

Selbst großgewachsene Passagiere finden mehr als ausreichend Kopf- und Beinfreiheit im Mini-Opel. Für die beiden höheren Ausstattungsvarianten gibt’s farbliche Akzente, den Smartphone-Halter und auf Wunsch die Freisprecheinrichtung.
Foto: Lothar Dönges

Zum absoluten Hingucker werden schließlich die für jeweils 8790 Euro bestellbaren Ausstattungen Opel Rocks-e Klub und Opel Rocks-e TeKno. Sie bringen mit weiteren Features noch mehr Farbe ins Spiel. Beide Varianten fahren mit Radzierkappen im x-Design vor und setzen an Fahrer- und Beifahrerseite mit vertikal verlaufenden schwarzen Zierstreifen zusätzliche Akzente. Darüber hinaus ziehen Verkleidungen an Front- und Heckschürze beim Rocks-e Klub in Kosmik-Grau und beim Rocks-e TeKno in Elektro-Gelb die Blicke auf sich. Das individuelle Farbmuster greift auch der Innenraum auf – mit entsprechend gefärbten Aufbewahrungsnetzen und Taschenhaken an der Tür sowie Kosmik-grauen respektive Elektro-gelben Einsätzen in Instrumenten- und Mittelkonsole. Auch die Nähte in den Fußmatten erstrahlen in der jeweils charakteristischen Ausstattungsfarbe.

In Sachen Infotainment-Vorbereitung verfügen die Ausstattungsversionen Klub und TeKno serienmäßig über einen zentral auf der Mittelkonsole angebrachten Smartphone-Halter und DAT-Konnektivität. Auf Wunsch lässt sich der batterie-elektrische Stromer noch mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung für das eigene Smartphone ausstatten. „So wird der Rocks-e zum jederzeit voll vernetzten SUM“, sagt Opel-Produktmanager Keanu Eftekhari.

Maximale Raumausnutzung, minimale Abmessungen

Allen drei Rocks-e-Varianten gemein ist die standardmäßig maximale Raumausnutzung bei minimalen Abmessungen: Die beiden Sitze sind leicht versetzt nebeneinander angebracht, sodass der Fahrer seinen Sitz über einen großen Verstellbereich verschieben kann und der Beifahrer über eine angenehme Beinfreiheit fast wie in der automobilen Oberklasse verfügt. Das Gestühl ist, bedingt durch die geringe Breite des Fahrzeugs, allerdings recht schmal, die Rückenlehnen und der Beifahrersitz sind nicht verstellbar.

Einen Kofferraum besitzt der Rocks-e nicht. Zum Mitnehmen diverser Utensilien bietet der Rocks-e neben dem Haken für die Shopping-Tüte noch zusätzlich ein offenes Stauabteil mit bis zu 63 Litern Volumen im Beifahrerfußraum, zum Beispiel für einen Handgepäckstrolley oder eine Reisetasche. Hinter den beiden Sitzen ist auch noch etwas Platz, beispielsweise für eine Sporttasche.

Oben wiederum ist die Kopffreiheit auch für Menschen jenseits der 1,90 Meter üppig. Für eine lichte, angenehme Atmosphäre im Innenraum sorgt – außergewöhnlich für ein Fahrzeug in dieser Preiskategorie – das serienmäßige Panorama-Glasdach. Es ist perfekt vor den Passagieren positioniert. So hat der Fahrer beispielsweise an Kreuzungen beste Sicht auf hoch hängende Ampeln. Zudem bieten die großen Fensterflächen einen guten Rundumblick. Allerdings: Für unser Empfinden zu klein sind die beiden Außen- sowie der Innenspiegel.

Die Bedienung ist einfach nur leicht gemacht

Auch der mini-Mini trägt stolz das neue Markengesicht, den Opel Vizor. Die würfelartige Karosserie zieht mit farblich abgesetzten Verkleidungen die Blicke auf sich. Potenzielle Käufer des Rocks-e werden kaum die Leistungen der Europäischen Zentralbank (im Hintergrund) in Anspruch nehmen müssen. Foto: Lothar Dönges

Bei der Bedienung im Fahrbetrieb ist nicht viel zu beachten. Neben dem klassischen Zündschloss gibt’s links den Blinkerhebel, der nach Betätigung per Hand zurückgestellt werden muss, und zwischen den beiden Sitzen eine klassische Handbremse. Wie bei einem Motorrad ist das Licht stets automatisch an, Fernlicht gibt es allerdings nicht. Die drei Tasten für vorwärts, die Neutralstellung und den Rückwärtsgang sind – etwas umständlich bedienbar – links neben dem Fahrersitz platziert.

Der Rocks-e ist ein Produkt des Stellantis-Konzerns, dem Opel neben Peugeot/Citroen und Fiat/Chrysler angeschlossen ist. In Frankreich und anderen Ländern läuft der vierrädrige „Würfel“ als Citroen Ami. Mit der Adaption des putzigen Minis wollen sich die Rüsselsheimer neue Kundengruppen erschließen. „Das müssen nicht nur Jugendliche ab 15 Jahren sein. Das sind auch Pendler, die jeden Tag auf dem Land ein paar Kilometer zum Bahnhof fahren müssen, die städtischen Kurierfahrer oder die Großstädter, die eine Alternative zum öffentlichen Personennahverkehr, zum Fahrrad bis zum Motorroller und eine nachhaltige, städtische Mobilität mit einem Fahrzeug suchen, das Sicherheit bietet“, sagt Produktmanager Eftekhari.

Das Vier-Jahre-Leasing ist ein attraktives Angebot

Neben dem Panoramadach sorgen die großen Fensterflächen im Rocks-e für beste Rundumsicht. In den Türen lassen sich die Fenster wie ehemals bei der berühmten „Citroen-Ente“ einfach nach oben klappen. Foto: Lothar Dönges

Opel bietet den Rocks-e als zulassungsfreies Fahrzeug, das lediglich ein Versicherungskennzeichen benötigt, zum Basispreis von 7990 Euro an und liegt damit nur etwa 1500 Euro über dem Preis eines Elektro-Kleinkraftrollers. Die farblich peppigere und unter anderem mit Handyhalter ausgestattete Variante TeKno und der etwas edler auftretende Klub sind jeweils für 8790 Euro zu haben. Den Einstieg in die neue Klasse bei Opel erleichtert das Vier-Jahre-Leasing mit einer Monatsrate von 49 Euro bei 2595 Euro Anzahlung.

Der neue Opel Rocks-e ist in Deutschland ab sofort online – auch von zu Hause aus – bestellbar. Teilnehmende Opel-Partner werden Produktberatung, Probefahrten und Unterstützung für den Online-Bestellprozess anbieten. Die Auslieferung der ersten Fahrzeuge an den Handel mit über 500 Opel-Partnern deutschlandweit erfolgt Ende November in diesem Jahr.

Bis 2024 will Opel in jeder Baureihe mindestens ein Fahrzeug elektrifiziert anbieten, und ab 2028 soll die gesamte Rüsselsheimer Fahrzeugpalette ausschließlich mit Strom angetrieben werden.

Fakten und Technik

Opel Rocks-e
Maße: 2,41 m/1,39 m/1,52 m (Länge/Breite/Höhe)
Antrieb: elektrisch
Dauerleistung: 6 kW/8 PS
Spitzenleistung: 9 kW/12 PS
Batterie: 5,5 kWh
WLTP-Normreichweite: bis zu 75 km
Ladezeit: 3,5 Std. (Haushaltssteckdose)
Höchstgeschwindigkeit: 45 km/h
Leergewicht: 471 kg
Wendekreis: 7,20 m
Basispreis: 7990 Euro!

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