Volkswagen ID.4 GTX: Sportlichkeit trifft E-Mobilität

Von Lothar Dönges (Text) und Lothar Jungmann (Fotos)

Volkswagen-Produktsprecher Martin Hube nennt die Fahrdynamik und Leistungsfähigkeit, aber auch den erweiterten Nutzwert bei der Fahrvorstellung des neuen ID.4 GTX – dem „World Car of the Year“ (Weltauto des Jahres). „Das Kürzel GTX steht für Eleganz, Premiumqualität, Sportlichkeit und vor allem für ausgezeichnete Performance, sagt Hube. Der elektrifizierte ID.4 ist für VW auf Anhieb zu einem Erfolgsmodell geworden. In kurzer Zeit wurden alleine in Europa über 30 000 Exemplare an Kunden ausgeliefert. Die sportliche Allrad-Version GTX erweitert und emotionalisiert jetzt das Angebotsportfolio ab 50 415 Euro, abzüglich der staatlichen Förderung in Höhe von 7500 Euro.

Sportlich und selbstbewusst zeigt sich der Elektro-Volkswagen ID.4 GTX auch in der Seitenansicht. Zum Holztransport ist das komfortable SUV sicher nicht gebaut, aber fünf Personen samt Gepäck finden in dem Auto reichlich Platz.

Die beiden Motoren an der Vorder- und Hinterachse leisten gemeinsam 220 kW (299 PS) und generieren damit den elektrischen Dualmotor-Allradantrieb des familienfreundlichen Kompak-SUV. „Diese Technik bietet hohe Fahrstabilität und große Leistungsreserven, kurz, mehr Fahrspaß“, versichert Martin Hube.

Das Kürzel GTX bezeichnet grundsätzlich das sportliche Topmodell der jeweiligen ID.4-Baureihe. Ähnlich wie GTI (Benziner), GTD (Diesel) und GTE (Plug in-Hybrid) steht GTX für eine eigene Produktmarke bei VW: Es lädt die Welt der elektrischen Mobilität von Volkswagen mit neuer, moderner Sportlichkeit auf. Die Buchstaben GT signalisieren seit langem Fahrfreude, das X schlägt jetzt die Brücke zur Mobilität der Zukunft. „Nachhaltigkeit und Sportlichkeit schließen einander nicht aus, sondern ergänzen sich perfekt“, versichert Hube bei der anspruchsvollen Testroute auf den Bergstrecken im Harz und kündigt schon einmal an, dass nach dem ID.4 GTX weitere Modelle mit dem neuen Kürzel folgen werden.

Strategischer Meilenstein

Die ID.4-Modellreihe ist in das weltweit größte Marktsegment gestartet – in die Klasse der kompakten SUV. Die ID-Familie bietet einen strategischen Meilenstein der E-Offensive des Volkswagen-Konzerns. Bereits im vergangenen Jahr haben die Wolfsburger den Absatz ihrer rein elektrischen Modelle mehr als verdreifacht. Spätestens im Jahr 2025 will VW Weltmarktführer für E-Mobilität sein. In den nächsten fünf Jahren sind Investitionen von rund 46 Milliarden Euro in die Elektromobilität und die Hybridisierung der Flotte geplant. Bis 2030 soll der Anteil reiner Elektrofahrzeuge in Europa auf bis zu 70 Prozent steigen.

Um die neuen Modelle herum soll so ein Ökosystem nachhaltiger Elektromobilität entstehen. Die Kunden des ID.4 GTX erhalten schon jetzt ein Auto, dass bilanziell CO2-neutral produziert und übergeben wird. Wenn sie es mit nachhaltig produziertem Strom laden, bleibt das Fahrzeug auch im Betrieb klimaneutral.

Der elektrische Allradantrieb

Im ID.4 GTX feiert ein völlig neues Antriebssystem Premiere. Das sportliche E-SUV hat je eine E-Maschine an Hinter- und Vorderachse. Beide arbeiten bei Bedarf zusammen und bilden einen variablen Allradantrieb. Der Dualmotor kommt ohne Kupplungen und Kardanwelle zwischen den Achsen aus. Das macht ihn extrem schnell und hocheffizient.

Die E-Maschinen sind nicht nur eng miteinander vernetzt, sondern auch an die Regelsysteme für Bremsen und Fahrwerk gekoppelt. Hinzu kommt der von Volkswagen entwickelte Fahrdynamikmanager, der das komplexe Zusammenspiel der einzelnen Systeme koordiniert und kontrolliert.

In 6,2 Sekunden auf 100 km/h

Der VW ID.4 GTX unterscheidet sich von seinen Schwestermodellen unter anderem durch große Felgen, die Kontrastfarbe Schwarz und den am Heck angedeuteten Diffuser. Das Familien-SUV ist hübsch designt und bietet viel Platz.

Die E-Maschinen kommen gemeinsam auf 220 kW (299 PS) Maximalleistung. Der hintere Motor gibt 150 kW (204 PS) sowie 310 Newtonmeter (Nm) Drehmoment ab, der vordere 80 kW (109 PS) und 162 Nm. Der ID.4 GTX sprintet damit in nur 6,2 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h – eine zehntel Sekunde schneller als der Golf GTI. Bei 180 km/h erreicht das Auto seine elektronisch begrenzte Spitze. Im NEFZ-Zyklus verbraucht der ID.4 GTX 16,3 kWh Energie. Die 77 kWh-Batterie ermöglicht eine Reichweitenspanne von 340 bis 480 Kilometer nach WLTP-Messung.

Blitzschnelle Zuschaltung

Bei moderater Fahrweise leistet der E-Motor im Heck aufgrund seiner Vorteile bei Wirkungsgrad und Traktion den Antrieb alleine. Wenn der Fahrer mehr Leistung anfordet, als der Heckmotor aufbringen kann, wird die E-Maschine an der Vorderachse innerhalb weniger hundertstel Sekunden zugeschaltet. Auch die Effizienzverteilung und die Regelung der Fahrdynamik spielen entscheidende Rollen. Wenn die Fahrsituation es verlangt, zum Beispiel bei schneller Kurvenfahrt oder glattem Untergrund, unterstützt der Dualmotor Allradantrieb mit seiner vollvariablen Kraftverteilung.

Zentraler Fahrdynamikmanager

Der von VW entwickelte elektronische Fahrdynamikmanager überwacht sämtliche Bewegungen des ID.4 – ob Beschleunigen, Bremsen oder Kurvenfahrt. Er kommt in ähnlicher Form bereits im neuen Golf GTI und Golf R zum Einsatz und sorgt für eine deutliche Steigerung der Gesamtperformance. Der Fahrdynamikmanager arbeitet eng mit der Stabilitätskontrolle ESC und der Allradregelung zusammen. Diese Vernetzung sorgt dafür, dass Fahrdynamik, Traktion und Stabilität des Autos auf Top-Niveau liegen.

Die elektronische Quersperre XDS+, die ebenfalls an den Fahrdynamikmanager angebunden ist, rundet bei schneller Kurvenfahrt das Handling ab. Sie bremst die entlasteten kurveninneren Räder leicht ab. Damit dreht sie das Auto je nach Bedarf leicht in den Kurvenradius hinein.

Ebenfalls an das System angeschlossen ist die Regelung der adaptiven Stoßdämpfer (DCC), deren Härte für ein agiles und präzises Handling bis zu 200 Mal pro Sekunde angepasst werden kann. Durch das Zusammenspiel mit der Lenkansprache und der hoch-präzisen Regelung ist eine lineare, vorhersehbare Fahrzeugreaktion bei gleichzeitig hohem Komfort die Folge – und der Fahrspaß garantiert.

Die bewusst überzogenen schnellen Kurvenfahrten auf den engen Harzer Bergstraßen stellten die Wirksamkeit des Systems eindrucksvoll unter Beweis.

Sichtbare optische Unterschiede

Im Innenraum unterscheidet sich der Allrad-angetriebene ID.4 GTX von seinen „zivilen“ Schwestermodellen nur unwesentlich. Rote Zierstreifen verdeutlichen Temperament, das moderne Cockpit ist VW-gewohnt selbsterklärend.

Optisch unterscheidet sich der GTX von seinen profaneren Schwestermodellen durch 20- oder 21-Zoll-Felgen und ein modifiziertes Farbkonzept, das die jeweilige Wagenfarbe und die Kontrastfarbe Schwarz betont. Zudem wird am Heck ein Diffuser angedeutet. Gegen Aufpreis bietet VW ein Sportpaket mit Tieferlegung an.

Auch die Innenausstattung ist modifiziert. Hier unterstreichen rote Zierstreifen das Temperament des Familienautos. Vor dem Fahrer erstreckt sich wie bei den anderen Modellen ein hochmodernes Cockpit.

Das Platzangebot ist in der gesamten Baureihe hervorragend. In Verbindung mit seiner ordentlichen Reichweite profiliert sich der ID.4 GTX unter den Elektroautos als geradezu idealtypisches Familienauto.

Fakten und Technik

Volkswagen ID.4 GTX

Maße: 4,58 m/1,85 m/1,61 m (Länge/Breite/Höhe)

Radstand: 2,77 m

Max. Systemleistung: 220 kW/299 PS

Max. Drehmomente: 162 Nm Frontmotor/310 Nm Heckmotor

Batterie: 77 kWh-Batterie

Geschwindigkeit: 0-100 km/h 6,2 Sek., max. 180 km/h

Verbrauch: 16,3 kWh/100 km (NEFZ)

Reichweite: bis 480 km (WLTP)

Zulässiges Gesamtgewicht: 2750 kg

Max. Zuladung: 601 kg

Kofferraumvolumen: 543-1575 l

Max. Anhängelast: 1200 kg (gebremst, 12 % Steigung)

Preis: 50 415 € (abzgl. 7500 € Förderung)

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