ID.3 schreibt neues Kapitel in der Geschichte der Mobilität von VW

Mit dem vollektrischen ID.3 schlägt VW mit Antrieb und Design ein neues Kapitel auf. Foto: Volkswagen

Von Lothar Jungmann

Mit dem ID.3 schlägt Volkswagen ein neues Kapitel in der Geschichte der Mobilität auf – sie wird elektrisch und nachhaltig. Schon das Design macht den Charakter des Kompaktmodells deutlich. Es ist fließend-weich und konzentriert-straff zugleich, die Scheinwerfer wirken wie Augen. Der niedrige cW-Wert von 0,27 trägt stark zur Reichsweite bei. Außerdem bietet der ID.3 trotz der Kompaktheit jede Menge Platz. „Innen soviel Raum wie ein Passat Variant, Außenabmessungen wie ein Golf und Kopffreiheit wie im Tiguan“, so beschrieb ein VW-Sprecher den ID.3 bei der Fahr- Präsentation in Wolfsburg.

Im September sollen die ersten ID.3 ausgeliefert werden. Foto: Lothar Jungmann

Im September sollen die ersten Exemplare des neuen VW ID.3 ausgeliefert werden. Alle als genannte „1st EditionMax“ mit fester Konfiguration in drei Ausstattungsstufen. Später sollen sieben Versionen angeboten werden.

Darunter dann auch das Head-up-Display mit „Augmented Reality“. Dann wird auch App Connect nachgerüstet. Diese ist Vorausssetzung, um Apple CarPlay und Android Auto nutzen zu können.

Beim Einstieg fällt auf: Einen Start-Knopf gibt es zwar, aber er muss nicht mehr gedrückt werden. Mit dem Fuß auf dem Bremspedal wird der Fahrstufenschalter hinter dem Lenkrad auf „D“ gestellt und die Fahrt kann losgehen.

Der Elektromotor leistet 150 kW (204 PS) und wiegt nur 90 Kilogramm.
Foto: Lothar Jungmann

Satte 150 kW (204 PS) leistet der Elektromotor maximal (Stromverbrauch kombiniert: 14,5 kWh/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 0 g/km²). Die Maschine hat in etwa die Größe einer Sporttasche und sitzt über der Hinterachse. Auf kurzem Weg treibt sie auch die hinteren Räder an. Mit Heckantrieb war einst der Käfer sehr erfolgreich. Fahrdynamisch stehen sofort 310 Newtonmeter Drehmoment bereit, was natürlich in der Natur eines Elektromotors liegt.

„Leicht und leise sollte er daher kommen“, so die VW-Entwickler. Nur 90 Kilogramm wiegt die Elektromaschine in dem insgesamt 1,8 Tonnen schweren ID.3. Leise kommt er wirklich daher, aber keineswegs auf vollständig leisen Sohlen. Erstmals schafft ein Elektroauto eine Soundkulisse, die nicht nur nach Elektro klingt, sondern Begehrlichkeiten für die Ohren weckt. Dies ist jedenfalls auf den ersten Teststrecken auf Autobahnen, Bundes- und Landstraßen zwischen Hannover und Wolfsburg deutlich. Dennoch: Auch beim Beschleunigen klingt der ID.3 leise. Der Elektromotor ist flüsterleise und Fahrtwind sowie die Abrollgeräusche der Reifen sind kaum hörbar.

58 kWh Netto-Speicherkapazität bietet die Lithium-Ionen-Batterie im VW ID.3 (später folgen die Pro-Modelle mit 77 kWh und ein kleinerer Akku mit 45 kWh). 420 Kilometer Reichweite verspricht VW damit. Dazu bietet VW für die Batterie acht Jahre oder 160.000 Kilometer Garantie.

Der elektrische ID.3 besitzt ein reduziertes Cockpit. Foto: Volkswagen

Im Innenraum ist die digitalisierte Bedienung bereits aus dem VW Golf 8 und dem neuen Seat Leon bekannt. Auch der ID.3 verzichtet auf Knöpfe und lädt in die Menüs eines zehn Zoll großen Touchscreen-Monitors ein. „Wir haben uns unter dem Motto ‚Was muss ich als Fahrer wissen‘ für ein reduziertes Cockpit mit einer intuitiven Bedienung entschieden“, hieß es dazu. Umfangreich ist die Liste der Assistenzsysteme.

Hinter dem Lenkrad blickt man auf ein 5,3 Zoll großes Display für die fahr-relevanten Daten. Das Modul ist direkt auf der Lenksäule montiert und somit in jeder Einstellung optimal ablesbar. Auch die Sitzposition vorne gefällt. ID.3 bietet bequeme ErgoActive-Stitze. Im Fond steckt unter den Sitzen das große Batteriepaket im Boden. Daher ist für groß gewachsene Passagiere die Bein- und Kopffreiheit nicht optimal.

Das Fahrwerk ist zwar straff, aber nicht umkomfortabel. Foto: Lothar Jungmann

Das Fahrwerk zeigt sich straff, ist aber trotz großer 20-Zoll-Felgen niemals unkomfortabel. Adaptive Dämpfer sind für den ID.3 erst später lieferbar, Erst einmal steht eine zweistufige Federungscharakteristik mit den Stufen Normal und Sport zur Verfügung.

Über das Bremspedal wird zuerst die Energierekuparation des Antriebs angesteuert, bevor die Scheibenbremsen vorne zupacken. Hinten genügen dem ID.3, nach Meinung seiner Entwickler, Trommelbremsen. Über den Fahrmodusschalter kann man außerdem in den B-Modus wechseln, in dem der ID.3 stets spürbar rekuperiert.

„In Europa gibt es inzwischen 150.000 Elektroladepunkte“, sagte ein VW-Sprecher. Fozo: Lothar Jungnann

Der Einstiegspreis für den ID.3 mit der 58-kWh-Batterie liegt bei 35.574 Euro (bei 16 Prozent Mehrwertsteuer). In der Ausstattung Life soll er 37.787 Euro kosten. Die demnächst als erste ausgelieferten Version „1st Max“ sind für 49.995 Euro zu haben. Dann ist aber auch „fast alles“ an Bord, von Matrix-LED-Scheinwerfern über das Assistenzpaket Travel Assist bis hin zur Wärmepumpe. Nächstes Jahr soll das Basismodell mit kleinerem Akku folgen, womit der Einstiegspreis unter die Marke von 30.000 Euro fällt.

Fakten und Technik

ID.31stMax“

Maße: 4,26 m/1,81 m/1,57 m (Länge/Breite/Höhe)

Motor: permanente Synchronmaschine

Leistung: 150 kW (204 PS)

Drehmoment: 310 Nm

Antrieb:Ein-Gang-Reduktionsgetriebe, Heckantrieb

Verbrauch (kombiniert): 14,5 kWh/100 km

CO2: keine Emissionen

Beschleunigung: von 0 auf 100 km/h 7,3 Sekunden

Höchstgewindigkeit: 160 km/h

Preis: 49.995 Euro

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