Fahrbericht: Opel Astra Sports Tourer mit sparsamem Motor und gut geliftet

Auch von hinten macht der neue Opel Astra eine gute Figur. Foto: Lothar Jungmann

Von Lothar Jungmann

Opel ist im Umbruch, in Zukunft werden die Modelle nicht mehr mit General Motors, sondern mit dem französischen PSA-Konzern entwickelt. Das Volumenmodell Astra basiert noch auf der Delta-Plattform von GM, dennoch hat Opel den Kompaktwagen jetzt noch einmal umfassend überarbeitet. Denn Volkswagen bringt im Spätherbst einen neuen Golf. Da wollen die Rüsselsheimer nicht zurückstehen.

Von außen ist die Überarbeitung relativ zurückhaltend ausgefallen: Nur wenige Details wie der Kühlergrill oder die bulliger wirkende Frontschürze unterscheiden den Astra von den bisher gebauten Versionen. Nach wie vor steht der kompakte Opel sportlich-elegant und kompakt auf der Straße, wobei die fünftürige Version viel straffer wirkt als die Kombi-Variante, die andererseits bei nur 1000 Euro Aufpreis mit einem enormen Gepäckraum von 540 bis zu 1630 Litern winkt.

Opel hat das Motorenprogramm erheblich gestrafft. Die Vierzylinder sind entfallen, es gibt nur noch Drei-Zylinder-Motoren: Einen 1,5-Liter-Diesel mit 105 oder 122 PS, einen 1,2-Liter-Turbo-Ottomotor mit 110, 130 oder 145 PS, und einen 1,4-Liter-Ottomotor mit 145 PS. Zwei Ottomotoren mit der gleichen Leistung sind ein Kuriosum; die hubraumstärkere Variante ist an eine stufenlose Automatik zwangsgekoppelt. Liebhaber des automatischen Schaltens können außerdem beim stärkeren Diesel eine neunstufige Automatik hinzuwählen. Alle anderen Versionen kommen mit Sechs-Gang-Handschaltung.

Wir sind das Automatik-Modell Diesel mit 122 PS besonders ausgiebig gefahren. Das Aggregat harmoniert gut mit der Neun-Gang-Automatik, er könnte jedoch etwas spontaner ansprechen, trotzdem zeigt er sich temperamentvoll. Dafür wird viel geschaltet, mit ungewöhnlich kleinen Drehzahlsprüngen. Die neun Übersetzungen wollen ausgenutzt sein. Das Motorengeräusch ist zurückhaltend.

Immerhin fährt sich der neue Astra so gutmütig wie komfortabel. Das Fahrverhalten gibt keine Rätsel auf, im Grenzbereich schiebt er leicht über die Vorderräder. Die Lenkung arbeitet ausreichend präzise, und die Bremse verkauft sich etwas unter Wert: Druckpunkt und Bremsgefühl sind ein wenig diffus.

Die Instrumente im neuen Astra sind teilweise digitalisiert. Foto: Lothar Jungmann



Da lässt man es lieber gleich etwas gemütlicher angehen und schaut sich im Interieur um. Dabei fällt auf, dass in Opel-typischer Weise reichlich elektronische Helferlein und Assistenzsysteme geboten werden. Die Rückfahrkamera ist besser geworden, und die Instrumente sind teilweise digitalisiert. Nur wer ganz genau hinsieht, bemerkt das leichte Zucken des digitalen Zeigers, wenn er über die Skala streicht.

Insgesamt würden wir uns etwas hochwertigere Materialien wünschen. Im unteren Bereich wird viel Hartplastik verwendet, und die wulstige Plastikumrandung des Innenspiegels passt eigentlich auch nicht mehr in ein modernes Auto dieser Klasse. Ein hübsches Element sind die augenzwinkernden „Easter Eggs“ – etwa der in Kunststoff geprägte Haifisch im Cupholder.

Wo es darauf ankommt, hat Opel richtig vorgelegt: Bei der rekordverdächtigen Aerodynamik – der cW-Wert liegt bei nur 0,26 – und beim Verbrauch: Die verbrauchsgünstigsten Diesel stoßen lediglich 99 Gramm CO2 pro 100 Kilometer aus,.

Der neue Opel Astra Sports Tourer wirkt von vorn besonders kraftvoll. Foto: Opel

Daten und Fakten Opel Astra 1.5 Diesel

Länge x Breite x Höhe (m): 4,37 x 1,87 x 1,49
Radstand (m): 2,66
Motor: Dreizylinder Diesel, 1499 ccm, Turbo, Direkteinspritzung, 9-Stufenautomatik
Leistung: 90 kW / 122 PS bei
Max. Drehmoment: 260 bis 300 Nm bei 3500 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 10,4 Sek.
Ermiielter Durchschnittsverbrauch: 5,3 Liter
CO2-Emissionen: 109 bis 114 g/km (Euro 6 -TEMP)
Kofferraumvolumen: 370–1210 Liter
Wendekreis: 11,1 m
Bereifung: 195/65 R 15
Luftwiderstandsbeiwert: 0,26
Basispreis: 20 990 Euro

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