Neue Audi A4-Modellfamilie ist ein Volltreffer

Gut war gestern –

besser ist heute:

Audi hat die A4-Baureihe

„runderneuert“


Von Lothar Jungmann

Er ist seit kurzem zehnfacher Millionär, jetzt wurde der Audi A4 „runderneuert“, wie Josef Schloßmacher aus dem Presseteam der Ingolstädter in Lissabon nachdrücklich feststellt. „Bei uns gibt es kein Facelift“, versichert Schloßmacher. (Unser Bild zeigt die Limousine am Strand in der Nähe von Lissabon). Ende Januar kommenden Jahres wird die neue Baureihe bei den Händlern sein.


Seit 1972 hat Audi vom A4 und seinem Vorgänger Audi 80 zehn Millionen Fahrzeuge weltweit verkauft. Eine stolze Zahl, die ihren Grund hat: Die erfolgreichste Baureihe stand immer für hohe Qualität im Bereich der Premium-Modelle. So geht es jetzt auch weiter, denn die neue Modellreihe wird als A4, A4 Avant, Allroad quattro (unser Bild) und S4 die Erfolgsgeschichte fortsetzen.

Dafür sorgen die neuen Detaillösungen an der Karosserie ebenso wie neue Motoren. „Wir haben den Verbrauch bei der neuen A4-Familie im Durchschnitt um elf Prozent gesenkt“, stellt Sven Deckert aus der technischen Entwicklung von Audi fest.

Ein nobler Innenraum erhöht den Fahrspaß noch einmal erheblich

Aber nicht nur diese Zahl allein lädt ein, einen A4 zu fahren. Nobel präsentiert sich der Innenraum. Das Interieur vermittelt jetzt – mit leicht geänderter Bedienlogik, einigen Chromrähmchen und hübschem Holz – den Eindruck, in einem A6 zu sitzen.

Die Ergonomie erfuhr aufwändigen Feinschliff. Das Infotainmentsystem MMI Navigation plus kommt jetzt mit vier Tasten aus, sein Lautstärke-Drehregler erhält zusätzlich eine Skip-Funktion. Weitere Verbesserungen betreffen die Bedienung der Automatikgetriebe, der Sitzheizung und Klimatisierung, des Fahrdynamiksystems Audi drive select und des Multifunktions-Lederlenkrads.

Alle Motoren sind serienmäßig mit Start-/Stopp-Technologie ausgestattet

Auf den ersten Testfahrten gefällt das manuelle Sechsgang-Getriebe ausgezeichnet. Es passt gut zu den verschiedenen Motorvarianten. Alle Modelle sind serienmäßig mit dem Start-/Stopp-System ausgerüstet. Der Fahrer entscheidet aber allein, ob und wann das System eingreifen soll. Er hat es sozusagen im Fuß. Mit dem Tritt auf die Kupplung oder nicht kann er den Motor anhalten oder laufen lassen.

Die neue elektromechanische Lenkung macht sich beim Fahren sehr positiv bemerkbar. Sie ist leichtgängig, erledigt ihre Aufgaben auch in schnell gefahrenen Kurven akribisch, ohne durch Antriebseinflüsse „abgelenkt“ zu werden.

 

Die Motoren präsentieren sich sparsam bis hammermäßig“

 

Bei der Überarbeitung des Audi A4 sind nicht nur die Verbrauchswerte gesunken. Viele Motoren haben bei Leistung und Drehmoment zugelegt. In der Limousine und im Avant stehen je sechs TDI und vier Benziner zur Wahl, im Allroad quattro drei Aggregate.

Alle Motoren sind aufgeladene Direkteinspritzer von hoher Durchzugskraft.

Der Vierzylinder-TDI mit zwei Litern Hubraum ist in fünf Ausführungen erhältlich; drei von ihnen nutzen ein neues Fliehkraftpendel im Zweimassen-Schwungrad. Es macht ihren Lauf bei niedrigen Drehzahlen noch kultivierter und leiser, erlaubt noch früheres Hochschalten.

Die sparsamste Variante in der Modellfamilie ist der Audi A4 2.0 TDI mit 136 PS. Die Limousine begnügt sich auf 100 Kilometern mit durchschnittlich 4,2 Litern Kraftstoff – ein CO2-Aquivalent von 112 Gramm pro Kilometer. Der ebenfalls hocheffiziente A4 2.0 TDI mit 163 PS kommt mit 4,4 Litern Diesel aus (CO2: 115 g/km).

Ergänzend stehen drei weitere Vierzylinder-Diesel zur Wahl – mit 120 PS, 143 PS und 177 PS. Von der Einsteiger-Variante abgesehen, sind sie auch für den Allroad quattro zu haben.

Zwei V6-TDI komplettieren die Palette. Der 3.0 TDI mit 204 PS (nicht für den A4 Allroad quattro) ist der effizienteste Sechszylinder in seiner Klasse. In der

A4 Limousine konsumiert er auf 100 Kilometern im Durchschnitt nur 4,9 Liter Kraftstoff. In der zweiten Variante leistet der 3.0 TDI 245 PS. Von ihr wird auch eine besonders saubere „clean diesel“-Ausführung folgen.

Auch bei den Benzinmotoren präsentiert die A4-Reihe den jüngsten Stand der Technik. Ein neues Highlight der TFSI-Familie ist der neue 1,8-Liter, lieferbar für Limousine und Avant. Der Vierzylinder bringt in vielen Bereichen große Innovationen mit – bei der Steuerung der Ventile und ihres Hubs, beim innovativen Thermomanagement, bei der Einspritzanlage, beim Turbolader und bei der Integration des Abgaskrümmers in den Zylinderkopf.

Der 1.8 TFSI gibt 170 PS und 320 Newtonmeter (Nm) Drehmoment ab. In der A4 Limousine verbraucht er im Mittel nur 5,6 Liter/100 km (CO2:134 g/km) – ein weiterer Bestwert in der Mittelklasse. Etwas später folgt als Einsteiger-Benziner der 1.8 TFSI mit 120 PS. Der TFSI – als einziger Ottomotor auch im A4 Allroad quattro verfügbar – leistet 211 PS. An der Spitze der Palette steht der etwas später folgende 3.0 TFSI. Im A4 leistet der mechanisch aufgeladene V6 genau 272 PS.

Trotz der umfangreichen Überarbeitung hebt Audi die Preise der A4-Modelle sehr moderat an. Der Audi A4 1.8 TFSI mit 120 PS steht als Einstiegsmodell mit 27.500 Euro in der Liste.

 

Die Kraftprotze in der A4-Baureihe tragen auch weiterhin das „S“

 

Die neuen Kraftprotze der A4-Familie sind die S4-Modelle. Sowohl die S4 Limousine als auch der S4 Avant haben den 3.0 TFSI unter der Haube. Der Kompressor-aufgeladene V6 leistet 333 PS und stemmt von 2.200 bis 5.900 U/min konstant 440 Nm Drehmoment auf die Kurbelwelle. Audi hat seinen Sound nachgeschärft – unter Last klingt er jetzt noch kraftvoller. Spitze: 250 km/h (abgeriegelt), von 0 auf 100 km/h braucht er fünf Sekunden.

Fotos (6): Lothar Jungmann/(1): Audi

 

 

 

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