Von Lothar Jungmann (Fotos: Gerd Riedel)
„Vorübergehender Rückgang bei gewerblichen Zulassungen drückt Gesamtergebnis. Nachfrage bei Privatkunden bleibt auf hohem Niveau und stimmt die Branche optimistisch für den weiteren Jahresverlauf“. Das war das Fazit der Veranwortlichen am 21. August bei der Vorstellung des Caravansalons 2025 (ab 30. August bis 7. September in der Messe Düsseldorf).
Im Zeitraum Januar bis Juli wurden bundesweit 65.289 Freizeitfahrzeuge neu zugelassen. Trotz gedämpfter Investitionen im gewerblichen Bereich zeigt sich der Caravaning-Markt dank privater Nachfrage weiterhin resilient. Insbesondere die positive Entwicklung im Reisemobilsegment unterstreicht das anhaltende Interesse am mobilen Urlaub und lässt die Branche zuversichtlich auf den weiteren Jahresverlauf blicken.
Zwischen Januar und Juli wurden in Deutschland 65.289 neue Freizeitfahrzeuge zugelassen – das entspricht einem leichten Rückgang von 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Zahl der neu zugelassenen Caravans lag mit 13.462 Einheiten rund 10 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Reisemobilsparte verzeichnete 51.827 Neuzulassungen und liegt damit aktuell nur knapp 1,7 Prozent unter dem sehr hohen Niveau des Vorjahres.
Gewerblichen Zulassungen vorübergehend rückläufig
Das rückläufige Gesamtergebnis bei den Neuzulassungen ist vor allem auf eine schwächere Entwicklung im gewerblichen Bereich zurückzuführen. Ein temporäres Überangebot an Fahrzeugen hat dazu geführt, dass gewerbliche Anbieter die Investitionen in ihre Vermietflotten vorübergehend reduziert haben. Diese Zurückhaltung wirkt auch im laufenden Jahr nach, stellt jedoch keinen nachhaltigen Trend dar, da sich der Bestand an Fahrzeugen auf den Händlerhöfen immer mehr normalisiert.

Caravaning-Markt profitiert von privater Nachfrage
Entgegen der rückläufigen Entwicklung im gewerblichen Bereich zeigt sich die private Nachfrage im Reisemobilsegment im bisherigen Jahresverlauf stabil und auf hohem Niveau. Von insgesamt 51.827 neu zugelassenen Reisemobilen in diesem Jahr entfielen 32.760 Einheiten auf private Halter – ein Zuwachs von rund 9,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Innerhalb des Fahrzeug-Segments zeichnet sich eine klare Differenzierung ab: Klassische Reisemobile – darunter Kastenwagen mit Bad sowie teil- und vollintegrierte Modelle – behaupten ihre zentrale Marktstellung und verzeichneten insgesamt ein Plus von rund 3,3 Prozent (42.595 Neuzulassungen). Demgegenüber verzeichnete die Sparte der kompakten Kastenwagen ohne Sanitärbereich, die überwiegend von Automobilherstellern angeboten wird, einen Rückgang von über 19 Prozent auf 9.232 Einheiten und wirkte damit dämpfend auf das Gesamtergebnis.

Große Nachfrage nach Gebrauchtfahrzeugen
Auch die Entwicklung auf dem Gebrauchtfahrzeugmarkt unterstreicht die anhaltend hohe Nachfrage bei deutschen Urlaubern: Bis Ende Juli wurden bei Caravans 52.273 Besitzumschreibungen registriert – ein Zuwachs von rund 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Bereich der Reisemobile wechselten 68.823 Fahrzeuge den Besitzer, was einem Anstieg von 4,7 Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht. Damit übertrifft der Gebrauchtmarkt mit insgesamt 121.096 Besitzumschreiben (+3,8 Prozent) erneut das sehr hohe Niveau der Vorjahre.
Branche blickt optimistisch nach vorne
Kurz vor dem Start der wichtigsten Messe der Branche, dem Caravansalon in Düsseldorf, zeigt sich die deutsche Caravaning-Industrie trotz aktueller Herausforderungen zuversichtlich. CIVD-Geschäftsführer Daniel Onggowinarso erklärt:
„Das zeitweise Überangebot an Fahrzeugen und die damit verbundenen Preisbewegungen haben Hersteller und Händler in den vergangenen Monaten spürbar gefordert. Diese Effekte spiegeln sich auch noch in den aktuellen Neuzulassungszahlen wider, die zwar unter dem Vorjahreswert liegen, aber insgesamt weiterhin ein bemerkenswert hohes Niveau aufweisen. Gleichzeitig zeigt sich auf dem Neu- und Gebrauchtmarkt, dass die Nachfrage privater Kunden ungebrochen stark ist. Diese Entwicklung belegt die große Bedeutung unserer Urlaubsform in Deutschland und unterstreicht die Stabilität der Branche selbst in einem anspruchsvollen Umfeld. Da sich die Angebotssituation zunehmend entspannt, verbessern sich die Rahmenbedingungen für Industrie und Handel kontinuierlich. Diese Entwicklungen sind nicht nur ein ermutigendes Signal für den diesjährigen Caravansalon sondern auch für den weiteren Jahresverlauf sowie die mittel- und langfristige Perspektive der Branche.“